Menschen
FSJ in Wickersdorf
Ich bin Tanja, Freiwillige, und mache zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in Wickersdorf. Ich bin hierher gekommen, um zu helfen, neue Erfahrungen zu sammeln, eine für mich neue Sprache und Kultur kennenzulernen, zu reisen und Neues zu lernen. Mich hat interessiert, wie andere Freiwillige ihr FSJ erleben, deshalb habe ich mit ihnen kurze Interviews geführt.
Rahim Ssemambo – Uganda, Kampala
Ich habe im September 2023 angefangen und im Echohaus, Phönixhaus und Halmhaus ausgeholfen. Davor habe ich in einem Sonderkindergarten als Freiwilliger gearbeitet, allerdings nur in Teilzeit. Nebenbei habe ich an der Uni studiert und auch Vollzeit als Fashiondesigner gearbeitet.
In Wickersdorf war es eine sehr schöne Zeit, und ich habe einen guten Überblick über den Beruf in Bezug auf Menschen mit Assistenzbedarf bekommen. Was mir besonders gefallen hat, war, wie freundlich und lebensfroh die Menschen mit Assistenzbedarf waren.
Beim FSJ muss man schon Geduld haben und die Bereitschaft mitbringen, neue Dinge zu lernen. Außerdem sollte man offen sein, neuen Situationen zu begegnen.
Ich habe gelernt, Geduld zu üben und Verantwortung zu übernehmen. Außerdem habe ich gelernt, dass Menschen mit Assistenzbedarf oft mehr verstehen und denken, als wir glauben. Sie werden meistens unterschätzt, weil sie behindert sind.
Ich fand diese Arbeit für mich wirklich passend. Zudem finde ich es schön, anderen Menschen zu helfen, und genau deswegen habe ich mich für diesen Beruf entschieden. Jetzt mache ich eine Ausbildung zum HEP.
Ruslan Solntsev – Russland, Sankt Petersburg
Seit zwei Jahren, 2024 bis 2026, habe ich in Wickersdorf als Freiwilliger gearbeitet. In dieser Zeit habe ich im Rosenhaus, im Morgensternhaus und im Förderbereich geholfen.
Leider kann ein Freiwilliger sein Projekt nicht selbst auswählen. Der Ort wurde von der Organisation bestimmt, bei der ich mich angemeldet habe. Also war es eher Zufall. Ich hatte vorher keine solche Erfahrung. Meine früheren Tätigkeiten waren ganz anders. Davor war ich schon anderthalb Jahre außerhalb meiner Heimat und als SMM-Manager im Homeoffice tätig. Aber mein „Office“ war oft ein Strand oder ein Balkon in Georgien, wo ich vorher gewohnt habe.
Meiner Meinung nach ist das Wichtigste, immer Mensch zu bleiben. So wenige Grenzen wie möglich. In Wirklichkeit gibt es keine „normalen“ Menschen – wir sind alle sehr unterschiedlich, und genau das ist unser größter Schatz. Freiwilligendienst ist ein Teil des Lebens, und man sollte versuchen, Spaß zu haben, egal was passiert. Nur wenn du selbst glücklich bist, kannst du jemand anderen ein bisschen glücklicher machen.
Die wichtigste Erfahrung für mich war eine neue und richtige Wahrnehmung. Alles – von der körperlichen Pflege bis zum gemeinsamen Ausruhen – war wichtig. Ich habe keine Angst mehr vor Menschen mit Behinderung. Früher hatte ich zwar keine starken Vorurteile, aber jetzt habe ich eine viel natürlichere Wahrnehmung. Ich bin professioneller geworden, und jetzt hilft mir diese Erfahrung auch in meiner beruflichen Ausbildung in der Pflege.
Ich habe viel Erfahrung in der körperlichen Pflege, beim Füttern und in der Ergotherapie gesammelt, besonders im Morgensternhaus (viele Grüße übrigens). Jetzt weiß ich, was ich machen soll, und habe keine Panik mehr, sondern eine klare Vorgehensweise.
Wie ich schon erwähnt habe, habe ich eine Ausbildung angefangen. Ich möchte Pflegefachkraft werden. Wir lernen schon viele medizinische Begriffe und Maßnahmen. Manchmal fällt es mir ziemlich schwer, aber es ist sehr spannend, und ich freue mich darauf, ein echter Profi zu werden.
Sidorela Hoda – Albanien, Tirana
Ich arbeite seit März 2026 im Morgensternhaus und im Förderbereich.
Ich habe mich für dieses Projekt entschieden, weil ich gerne mit Menschen mit Behinderung arbeiten möchte.
Für mich ist im Freiwilligendienst wichtig, Erfahrungen zu sammeln, eine gute Zeit zu haben, neue Dinge zu lernen und im Team zu arbeiten. Ich möchte mehr über Behinderungen und Krankheiten lernen.
Nach dem FSJ plane ich, im Pflegebereich mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten und später eine Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich zu absolvieren.
Text: Tatjana Alekseeva
In Leichter Sprache
Freiwillige erzählen von ihrer Arbeit
Ich bin Tanja und mache ein Freiwilliges Soziales Jahr in Wickersdorf.
Das kurze Wort dafür ist: FSJ.
Ich habe drei andere Freiwillige gefragt:
Wie geht es euch bei der Arbeit?
Rahim kommt aus Uganda.
Er hat in mehreren Häusern geholfen.
Ihm hat die Zeit sehr gut gefallen.
Er sagt: Menschen mit Behinderung verstehen oft viel mehr, als andere denken.
Rahim macht jetzt eine Ausbildung als Heil-Erziehungs-Pfleger.
Ruslan kommt aus Russland.
Er war zwei Jahre lang Freiwilliger in Wickersdorf.
Er sagt: Es gibt keine „normalen“ Menschen, denn alle Menschen sind verschieden.
Und genau das ist ein Schatz.
Ruslan hat viel über Pflege gelernt.
Jetzt macht er eine Ausbildung als Pflege-Fach-Kraft.
Sidorela kommt aus Albanien.
Sie arbeitet seit März 2026 in Wickersdorf.
Sie möchte viel lernen und später in der Pflege arbeiten.
Alle drei sagen: Die Arbeit mit den Menschen hier macht glücklich.
