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Wickersdorf – gestern und heute

Wickersdorf: Ein Ort, der den Menschen meint

Von Haiko Jakob Seite 10 im Heft 3 Minuten Lesezeit

Ein Erbe, das uns verbindet. Ein Geist, der uns bewegt. Eine Gemeinschaft, die Zukunft sät.

Geschichte wird in Büchern niedergeschrieben, um sie für die Zukunft zu bewahren. Auch die Historie von Wickersdorf ist in vielen Zeilen, Briefen und Chroniken festgehalten. Als sichtbares Zeichen dieser Erinnerung steht heute dieser Bücherturm – er ist eine Verbeugung vor dem besonderen Geist, der diesen Ort seit nunmehr 120 Jahren durchdringt.

Im Jahr 1906 wurde hier mit der Gründung der Freien Schulgemeinde ein Grundstein gelegt, der die pädagogische Welt veränderte. Wenn wir im Jahr 2026 auf dieses 120-jährige Gründungsjubiläum blicken, lesen wir mit tiefer Wertschätzung in den Biografien jener ehemaligen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, die Wickersdorf mit ihrem Wesen geprägt haben. Sie waren Pioniere eines Lebensentwurfs, der heute in unserer Stiftung Lebensgemeinschaft eine neue, ebenso lebendige Fortführung gefunden hat.

Was damals wie heute unser Fundament bildet, ist die Überzeugung, dass der Mensch nur im Miteinander ganz werden kann. Die Gemeinsamkeiten zwischen der Schule von damals und unserer heutigen Gemeinschaft sind unübersehbar. Es ist die untrennbare Verbindung von Kopf, Herz und Hand, die wir heute in das Buch der Geschichte weiterschreiben:

  • im Handwerk, das uns die Welt begreifen lässt,
  • im Theater, Tanz und der Musik, die unseren Gefühlen Ausdruck verleihen,
  • im Sport und im gemeinsamen Lernen, das uns über uns hinauswachsen lässt.

Ein besonders sichtbares Zeichen dieses gemeinsamen Versprechens an den Ort ist die Natur. So wie die Gründer der Freien Schulgemeinde ab 1906 mit unzähligen Baumpflanzungen, Hecken und Sträuchern das Gesicht Wickersdorfs parkartig formten, setzen wir diese Tradition heute fort. Jede Pflanzung war und ist ein Versprechen an die Zukunft – ein Symbol für das Wachstum, die Pflege und die Beständigkeit unserer Gemeinschaft. Wir säen heute, damit künftige Generationen im Schatten dieser Bäume die nächsten Kapitel unserer Geschichte schreiben.

Was Wickersdorf so besonders macht, ist oft nicht greifbar, aber in jeder Begegnung spürbar. Es ist diese einzigartige Atmosphäre – die Seele des Ortes –, die aus dem Vertrauen und dem tiefen Gefühl erwächst, Teil eines größeren Ganzen zu sein. Damals wie heute bilden wir eine Gemeinschaft, die tief im Dorf verwurzelt ist und in der jeder Einzelne zählt.

Dieser Bücherturm verbindet unsere Wurzeln von 1906 mit unserer Gegenwart. Er ist ein Zeichen des Dankes an alle, die hier gewirkt haben, und zugleich ein lebendiges Versprechen: dass Wickersdorf auch weiterhin ein Ort bleibt, an dem der Mensch im Einklang mit der Gemeinschaft und der Natur wachsen darf.

Wickersdorf, im Jahr 2026 – zum 120. Jahrestag der Gründung der Freien Schulgemeinde

Text: Haiko Jakob

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