Menschen
Von der Hausleitung zur Wohnleitung
Ein persönlicher Weg in der Lebensgemeinschaft Wickersdorf
Mein Name ist Marie Grau – viele kennen mich bereits – und ich bin seit 2015 Teil der Stiftung Lebensgemeinschaft Wickersdorf. Begonnen habe ich meine Tätigkeit als Heilerziehungspflegerin im Christian-Morgenstern-Haus. Damals war die Lebensgemeinschaft noch ein selbstverwalteter, anthroposophischer Verein, geprägt vom Hauselternprinzip.
Schon zu dieser Zeit wurden mir die Besonderheiten dieses Ortes bewusst: die warmherzige Atmosphäre, die Offenheit der Bewohner*innen und ein Arbeitsumfeld, das mir das Gefühl gab, angekommen zu sein.
Ein Arbeitsplatz wird zur Berufung
Besonders schätze ich die Strukturen der Lebensgemeinschaft. In anderen Einrichtungen großer Trägerschaften fühlte ich mich oft wie eine reine Personalnummer. Hier jedoch kann jeder, der möchte, in verschiedenen Bereichen tätig sein, sich einbringen und sich innerhalb klarer Rahmenbedingungen frei entfalten. Dieses Miteinander hat aus meinem Beruf eine Berufung gemacht.
Wachsen mit neuen Aufgaben
Nach zwei Jahren übernahm ich die Leitung des Morgensternhauses – eine Aufgabe, die mich fachlich wie persönlich wachsen ließ. Die Lebensgemeinschaft befand sich zu dieser Zeit in einem Wandel: viele Herausforderungen, viel Neues, aber auch viel gemeinsames Weiterdenken und Weiterentwickeln.
Auch privat trat ich in eine neue Lebensphase: Ich wurde Mutter eines kleinen Sohnes, der mein Leben bereichert und verändert hat.
Als ich im Jahr 2022 nach der Elternzeit zurückkehrte, eröffnete sich mir die Möglichkeit, die Wohnleitung zu übernehmen. Mit großem Respekt und ebenso großer Freude nahm ich diese verantwortungsvolle Aufgabe an.
Ein Weg voller Herausforderungen – und Dankbarkeit
Die vergangenen drei Jahre waren nicht immer einfach. Es war ein Weg, der an manchen Stellen steinig war, aber auch viele Lichtblicke bereithielt. Besonders dankbar bin ich für das Vertrauen und die Akzeptanz, die mir täglich entgegengebracht werden. Der Blick in die strahlenden Gesichter unserer Bewohner*innen erfüllt mich jedes Mal mit großer Wärme und bestätigt mich in meinem Tun.
Gemeinschaft im Fluss des Lebens
Jeden Tag ein kleiner Beitrag für die Gemeinschaft – das ist es, was meine Arbeit für mich ausmacht. Ich bin dankbar für alle Mitarbeitenden, die die Lebensgemeinschaft mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Engagement und ihren Fähigkeiten mitgestalten.
Es hat sich bereits sichtbar viel verändert, und zugleich zeigt sich für mich: Wir bleiben im Fluss des Lebens – gemeinsam und voller Vertrauen in die Zukunft.
Text: Marie Grau
In Leichter Sprache
Ich heiße Marie Grau.
Ich arbeite seit dem Jahr 2015 in Wickersdorf.
Zuerst war ich im Morgenstern-Haus.
Ich habe mich dort sofort wohl gefühlt.
Dann habe ich eine Pause gemacht.
Ich habe einen Sohn bekommen.
Seit dem Jahr 2022 bin ich wieder da.
Jetzt bin ich die Wohn-Leitung.
Das mache ich sehr gerne.
Die letzten Jahre waren manchmal schwer.
Aber es gab auch viele schöne Momente.
Ich danke Euch für das Vertrauen.
Ich freue mich, wenn ich in glückliche Gesichter sehe.
Ich danke auch allen Mit-Arbeitenden.
Wir arbeiten gut zusammen.
Wir schauen mutig in die Zukunft.
Eure Marie Grau
