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Menschen

Von der Hausleitung zur Wohnleitung

Ein persönlicher Weg in der Lebensgemeinschaft Wickersdorf

Von Marie Grau Seite 10 im Heft 2 Minuten Lesezeit

Mein Name ist Marie Grau – viele kennen mich bereits – und ich bin seit 2015 Teil der Stiftung Lebensgemeinschaft Wickersdorf. Begonnen habe ich meine Tätigkeit als Heilerziehungspflegerin im Christian-Morgenstern-Haus. Damals war die Lebensgemeinschaft noch ein selbstverwalteter, anthroposophischer Verein, geprägt vom Hauselternprinzip.

Schon zu dieser Zeit wurden mir die Besonderheiten dieses Ortes bewusst: die warmherzige Atmosphäre, die Offenheit der Bewohner*innen und ein Arbeitsumfeld, das mir das Gefühl gab, angekommen zu sein.

Ein Arbeitsplatz wird zur Berufung

Besonders schätze ich die Strukturen der Lebensgemeinschaft. In anderen Einrichtungen großer Trägerschaften fühlte ich mich oft wie eine reine Personalnummer. Hier jedoch kann jeder, der möchte, in verschiedenen Bereichen tätig sein, sich einbringen und sich innerhalb klarer Rahmenbedingungen frei entfalten. Dieses Miteinander hat aus meinem Beruf eine Berufung gemacht.

Wachsen mit neuen Aufgaben

Nach zwei Jahren übernahm ich die Leitung des Morgensternhauses – eine Aufgabe, die mich fachlich wie persönlich wachsen ließ. Die Lebensgemeinschaft befand sich zu dieser Zeit in einem Wandel: viele Herausforderungen, viel Neues, aber auch viel gemeinsames Weiterdenken und Weiterentwickeln.

Auch privat trat ich in eine neue Lebensphase: Ich wurde Mutter eines kleinen Sohnes, der mein Leben bereichert und verändert hat.

Als ich im Jahr 2022 nach der Elternzeit zurückkehrte, eröffnete sich mir die Möglichkeit, die Wohnleitung zu übernehmen. Mit großem Respekt und ebenso großer Freude nahm ich diese verantwortungsvolle Aufgabe an.

Ein Weg voller Herausforderungen – und Dankbarkeit

Die vergangenen drei Jahre waren nicht immer einfach. Es war ein Weg, der an manchen Stellen steinig war, aber auch viele Lichtblicke bereithielt. Besonders dankbar bin ich für das Vertrauen und die Akzeptanz, die mir täglich entgegengebracht werden. Der Blick in die strahlenden Gesichter unserer Bewohner*innen erfüllt mich jedes Mal mit großer Wärme und bestätigt mich in meinem Tun.

Gemeinschaft im Fluss des Lebens

Jeden Tag ein kleiner Beitrag für die Gemeinschaft – das ist es, was meine Arbeit für mich ausmacht. Ich bin dankbar für alle Mitarbeitenden, die die Lebensgemeinschaft mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Engagement und ihren Fähigkeiten mitgestalten.

Es hat sich bereits sichtbar viel verändert, und zugleich zeigt sich für mich: Wir bleiben im Fluss des Lebens – gemeinsam und voller Vertrauen in die Zukunft.

Text: Marie Grau

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