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Aus der Gemeinschaft

Eine Ära geht zu Ende

Von Nadja Brehm Seite 33 im Heft 3 Minuten Lesezeit

Hufgetrappel, ein Wiehern, der Geruch nach Pferden in der Luft – all diese Dinge haben über Jahre zum Alltag der Bewohner der Lebensgemeinschaft gehört.

So wurde in den frühen 2000ern die „Reittherapie“ durch Bernd Ehlen ins Leben gerufen. Die Haflingerstuten „Lore“ und „Fergie“ trugen viele Jahre geduldig unsere Bewohner an mehreren Tagen die Woche durch unsere schöne Umgebung. Überwinterten die zwei anfangs im Gestüt in Meura, so sollte im Winter 2006/07 Schluss damit sein. Unterhalb des Morgensternhauses wurde ein wunderbarer Offenstall errichtet, sodass die Pferde zukünftig auch im Winter in der Gemeinschaft bleiben konnten. Bei so tollen und artgerechten Gegebenheiten sollten die Stuten auch nicht lange allein bleiben. So wurden die Stuten gedeckt, um für eigenen Nachwuchs zu sorgen, aber nur ein Fohlen, „Carlo“, erblickte das Licht der Welt.

Da sich die „Reittherapie“ so vieler Anhänger erfreute, war es eine tolle Sache, als mithilfe von Spendengeldern, des Bauordens und der Zuarbeit von Bewohnern und Mitarbeitern 2016 der Reitplatz entstand. Nur leider waren nun „Lore“ und „Fergie“ in die Jahre gekommen … Auch der Tod von Bernd Ehlen erschwerte die Fortsetzung des Reitens für unsere Bewohner. So wurde entschieden, dass die beiden älteren Pferdedamen in ein neues Zuhause ziehen sollen. Dies wurde auch recht schnell gefunden, sodass sie 2017 zu einer Familie gebracht werden konnten, um dort ihr verdientes Gnadenbrot zu bekommen.

Nun war es an Kerstin Jahn, einer Mitarbeiterin, die B. Ehlen über Jahre bei den Pferden unterstützte, die Arbeit am Pferd bzw. das Reiten aufrechtzuerhalten. Dies gelang ihr einige Jahre mit dem nun erwachsenen Carlo und ihren eigenen Pferden, die mittlerweile in die Lebensgemeinschaft gezogen waren. Leider musste dies aufgrund des Alters der Pferde auch enden. Frau Jahn nahm Carlo mit zu sich nach Hause und der Stall und die Koppeln standen ein paar Monate leer.

Für zweieinhalb Jahre ergab sich die Möglichkeit, dass die Gegebenheiten in Wickersdorf ein Zuhause für zwei Kleinpferde wurden. In Eigenregie wurden diese Pferde vollkommen privat gehalten, die Bewohner konnten sie lediglich bewundern und mal streicheln. Mit dem Tod eines der Pferde im November 2024 hatte auch dies ein Ende.

Nun sind die Koppeln zurückgebaut und somit nur noch Wiesen. Der Reitplatz ist dem neuen Parkplatz gewichen, der entstehen musste, damit das Ginkgohaus an Stelle des alten gebaut werden kann. Der Stall fungiert übergangsweise als Unterstellmöglichkeit für diverse Fahrzeuge der Gemeinschaft.

Eine Ära ging zu Ende …

Text: Nadja Brehm

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