Aus der Gemeinschaft
Eine Ära geht zu Ende
Hufgetrappel, ein Wiehern, der Geruch nach Pferden in der Luft – all diese Dinge haben über Jahre zum Alltag der Bewohner der Lebensgemeinschaft gehört.
So wurde in den frühen 2000ern die „Reittherapie“ durch Bernd Ehlen ins Leben gerufen. Die Haflingerstuten „Lore“ und „Fergie“ trugen viele Jahre geduldig unsere Bewohner an mehreren Tagen die Woche durch unsere schöne Umgebung. Überwinterten die zwei anfangs im Gestüt in Meura, so sollte im Winter 2006/07 Schluss damit sein. Unterhalb des Morgensternhauses wurde ein wunderbarer Offenstall errichtet, sodass die Pferde zukünftig auch im Winter in der Gemeinschaft bleiben konnten. Bei so tollen und artgerechten Gegebenheiten sollten die Stuten auch nicht lange allein bleiben. So wurden die Stuten gedeckt, um für eigenen Nachwuchs zu sorgen, aber nur ein Fohlen, „Carlo“, erblickte das Licht der Welt.
Da sich die „Reittherapie“ so vieler Anhänger erfreute, war es eine tolle Sache, als mithilfe von Spendengeldern, des Bauordens und der Zuarbeit von Bewohnern und Mitarbeitern 2016 der Reitplatz entstand. Nur leider waren nun „Lore“ und „Fergie“ in die Jahre gekommen … Auch der Tod von Bernd Ehlen erschwerte die Fortsetzung des Reitens für unsere Bewohner. So wurde entschieden, dass die beiden älteren Pferdedamen in ein neues Zuhause ziehen sollen. Dies wurde auch recht schnell gefunden, sodass sie 2017 zu einer Familie gebracht werden konnten, um dort ihr verdientes Gnadenbrot zu bekommen.
Nun war es an Kerstin Jahn, einer Mitarbeiterin, die B. Ehlen über Jahre bei den Pferden unterstützte, die Arbeit am Pferd bzw. das Reiten aufrechtzuerhalten. Dies gelang ihr einige Jahre mit dem nun erwachsenen Carlo und ihren eigenen Pferden, die mittlerweile in die Lebensgemeinschaft gezogen waren. Leider musste dies aufgrund des Alters der Pferde auch enden. Frau Jahn nahm Carlo mit zu sich nach Hause und der Stall und die Koppeln standen ein paar Monate leer.
Für zweieinhalb Jahre ergab sich die Möglichkeit, dass die Gegebenheiten in Wickersdorf ein Zuhause für zwei Kleinpferde wurden. In Eigenregie wurden diese Pferde vollkommen privat gehalten, die Bewohner konnten sie lediglich bewundern und mal streicheln. Mit dem Tod eines der Pferde im November 2024 hatte auch dies ein Ende.
Nun sind die Koppeln zurückgebaut und somit nur noch Wiesen. Der Reitplatz ist dem neuen Parkplatz gewichen, der entstehen musste, damit das Ginkgohaus an Stelle des alten gebaut werden kann. Der Stall fungiert übergangsweise als Unterstellmöglichkeit für diverse Fahrzeuge der Gemeinschaft.
Eine Ära ging zu Ende …
Text: Nadja Brehm
In Leichter Sprache
Viele Jahre lang gab es in der Lebens-Gemeinschaft Pferde.
Das Reiten und der Geruch nach Pferden gehörten zum Alltag.
Anfang der 2000er begann Bernd Ehlen mit der Reit-Therapie.
Die Haflinger-Stuten Lore und Fergie trugen unsere Bewohner durch die Natur.
Zuerst verbrachten sie den Winter im Gestüt in Meura.
Ab Winter 2006/07 bekamen sie einen eigenen Stall bei uns.
Die Tiere lebten gut bei uns – und so kam auch ein Fohlen zur Welt: Carlo.
Die Reit-Therapie war sehr beliebt.
2016 wurde mit Spenden und Hilfe von Bewohnern ein Reit-Platz gebaut.
Doch Lore und Fergie wurden alt.
Nach dem Tod von Bernd Ehlen konnten sie nicht mehr bleiben.
2017 kamen sie in ein neues, gutes Zuhause.
Kerstin Jahn, die früher mit Bernd Ehlen arbeitete, führte die Reit-Angebote mit Carlo und eigenen Pferden weiter.
Doch auch diese Pferde wurden alt.
Frau Jahn nahm Carlo zu sich nach Hause.
Der Stall blieb leer.
Später lebten zwei Klein-Pferde bei uns – ganz privat.
Bewohner konnten sie nur ansehen und streicheln.
Mit dem Tod eines Pferdes im November 2024 war auch das vorbei.
Die Koppeln wurden abgebaut.
Der Reit-Platz wurde zum Parkplatz für das neue Ginkgo-Haus.
Der Stall dient jetzt als Lager für Fahrzeuge.
Damit endet eine lange Zeit mit Pferden in unserer Gemeinschaft.
